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gespräche vor ort waren wesentlicher bestandteil des projektes. nach den besichtigungen der räume gab es kaffee, kekse und diskussionen:
   
gespräch mit christian (schriftsteller), karen und stefan am o7.o2. 1989
s. na, hast du dir notizen gemacht?

c. ja, ich habe mir notitzen gemacht - kann ich mal vorlesen:
wasserhahn - flugzeug - raunen - piepsen - klirren - geflüster - quietschen - atem - schlag - hall - schritt - weib - beige - silber - silbergrau - heizrosa - faden rot - rotsplitter - ritzen - fensterranmen - weiß - grau ineinander - silber - putzmittel - birnengrau - renoviert - fonduebeige - grau - auszug staubweiß - umzug kratzer - einzug schleifspuren - fahrenheit - rost wasserspuren - farbmittel

s. schön

c. eine sache hab ich nicht verstanden: die zahlen. ich hab versucht diese in ein verhältnis zu bringen. diese 1234 da bin ich nicht dahinter gekommen. ich dachte erst, sie beziehen sich auf begriffe

k. hast du das bemerkt die stehn in so einem raster

s. die erklärung ist ganz einfach das ist lesbar von oben her, da steht also dachfenster 1 2 3 4 fabrikfenster 1 2 3 4 das ist das raster
c. also doch dann war meine vermutung richtig das verweist auf einen begriff, der sich immer wiederholt.

c. ist auch gut, wie die zueinanderstehen, also menschen - maschinen

k. das kommt sogar zweimal vor du hast menschen-maschinen und ich hab maschinen - menschen

s. tatsächlich

k. ist dir das noch nicht aufgefallen

s. nein
k. ich hab nämlich immer noch überlegt was ich zuerst nenme maschinen oder menschen aber so vom klang her gefiel mir maschinen menschen am besten und ich kam auch zuerst darauf dann nab ich bei dir gesehen du hast menschen maschinen also das ist ja so - ich weiß nicht ob stefan dir das gesagt hat - das wir jeweils ein fensterausblick wahrgenommen und in begriffen notiert haben. ich denke das ist egal ob menschen oder maschinen zuerst, weil der text für mich nicht linear ist. wenn du mit text auf fläche arbeitest, ist es egal.
s. ja, wobei, wenn ich mit text arbeite, gehe ich meistens doch von der konventionellen leseweise aus, also zumindestens war war dies bei dieser arbeit der gedanke an den betrachter, welcher von oben nach unten, d.h. von links nach rechts liest
k. tatsächlich
c. ja, ich bin eigentlich auch daran gewöhnt da ist eben auch die erfahrung mit solchen Konstellationen d.h. du hast erstmal so einen ganzen blick
s. was mich ja noch interessiert ist die projektion der inneren bildern, wo bilden sich diese ab im raum. wie verhält sich dieser vorgang- da sind also diese leeren weißen wände und leere weiße wände nennt man oft projek- tionswände. nun bleiben diese inneren bilder aber im innern und die wände weiß. im gespräch werden diese bilder dann auch sichtbar für die anderen, soweit du in der lage bist diese zu vermitteln - mit worten - das ist also eine möglichkeit des betrachters bei unmittelbarer konfrontation - sonst gibt es noch die jeweiligen ausdrucksformen jedes einzelnen. was mich in diesem zusammenhang auch interessiert ist: wie lässt sich die unmittelbare wahrnehmung unmittelbarer mitteilen. das ist ein sehr altes problem und trotzdem noch immer eine wichtige frage. allerdings meine ich - und das ist wichtig zu erwähnen - das gespräch(kommunikation)von mensch zu mensch -im moment des erlebnisses, das gemeinsame erleben.

bei der installation ist es im moment allerdings so, dass wir die besucher bitten den raum einzeln wahrzunehmen.

jeder macht die erfahrung alleine für sich und versucht diese den anderen mitzuteilen.

oft ist es dann so, dass wir diese einzelnen erlebnisse gemeinsam in einem gespräch zu einer aussage formen. das geschieht, indem die betrachter ihre eindrücke schildern und wir unsere intentionen vermitteln und fragen beantworten sowie fragen stellen.

nun gibt es das werden, den prozess dieser arbeit - welchen wir sozusagen währendessen öffnen - und auf diese weise selbst viele fragen unbeantwortet(reflektiert) mit in diese gespräche mit hinein tragen. damit bekommen die aussagen der besucher ein gewicht. wir sind also sehr sensibilisiert auf jedes detail der wahrnehmungen und was zu untersuchen wäre. die rückwirkung auf die arbeit selbst, die in ihrer konzeption (ablauf) von anfang an klar definiert war. und erst jetzt beim 2. raum kommen durch die materialien(sägespähne)und die raumandeutung(gummibänder) neue probleme, die wir nicht voraussehen konnten: farbe(aesthetik) mit ins spiel. was uns freude bereitet und neue ideen freisetzt


c. so etwas elektrisches und wenn du in dem raum notitzen machst dann ist da erstmal die akustik.

k. ja die eigenen geräuschen werden sehr stark in einem leeren raum.

mittwoch, gespräch mit hubert (posaunist), karen und stefan

h. mir wurde es ganz flimmrig, als hätte ich das pergamentpapier direkt vor den augen oder wie eine brille, die beschlagen ist, weil nichts da ist zu orten - räumlich - so wirste ganz kirre. es hat einen eindruck wie in einem traum. wie wenn du träumst und alles so unscharf ist. du kannst nirgends etwas ausmachen

s. ja, es gibt keine gegenstände zur orientierung in dem raum

h. ja die zwei farbstreifen an der heizung: wie schön so ein meßstreifen sein kann.

lachen


h. schon gut. der raum ist schön gleichmäßig. die zwei fenster passen genau. habt ihr euch das im zuge einer renovierungsaktion überlegt...

s. nein, das war nie die frage. es gab den wunsch zusammen bestimmte raumprobleme genauer zu untersuchen und dazu braucht es eben einen, und da wir im moment zwei wohnungen haben, können wir in einer wohnen und in der anderen arbeiten....

was ich heute besonders interessant finde, ist das licht die letzten tage war es ja nie so hell und jetzt ist der raum extrem beleuchtet und dieser umstand erschwert natürlich die gewohnte art, sich in einem raum zu orientieren und sensibilisiert so auf anderen ebenen und nicht immer gleich der visuellen. viel stärker ist die akustik.

h. ja, ich hab auch erst einmal gepfiffen

s. der musiker..

h. ja, ganz spontan da war gleich so eine frequenz so in der höhe ungefähr (...).

s. ein flugzeug oder die maschinen von drüben

h. ne, ich hab sowieso so einen singsang im ohr gehabt und hab gemerkt, dass es so einen ton gibt, also das gibt es ganz oft, das ist halt die raumfrequenz. kommt ganz darauf an wo du stehst im raum die dann sehr stark wiederkommt.

alles hat ja seine eigene frequenz, zum beispiel wenn du...


h. in der badewanne singst - unter wasser - da gibt es dann ein ton, da vibriert die ganze wanne

s. und diese frequenz hast du also vorher gefunden im raum

h. es gibt wahrscheinlich mehrere frequenzen. das hängt eben davon ab wo du stehst im raum und sich die schallwellen so ergänzen, dass sie sich potenzieren im raum...

es gibt z.b. das herz - loch da geht eine bestimmte schwingung in den raum und kommt zurück und wenn sich die schwingungen identisch überlappen sind sie für unsere ohren nicht mehr wahrnehmbar..

s. als musiker hast du ja auch das problem wo du da mit deinem instrument im raum stehst


h. ja das stimmt. wenn ich in einem sehr trockenen raum bin, dann spiel ich eben nicht gegen den Vorhang, sondern gegen den spiegel

s. suchst du dann in diesen räumen auch die jeweiligen raum-frequenzen um so eine möglichst optimale position zu bekommen?

h. ja, ich suche mir eben solche orte welche den schall bestmöglich reflektieren, zum beispiel treppen. das ist ganz verückt wenn ich gegen eine treppe spiele da hast du eine unglaublichs starke reflektion. stärker als vor dem spiegel, also jeder frequenzgang wird reflektiert jede stufe hat einen anderen abstand(länge)....

zu den vokalen:

es gibt ja vokale, die ganz speziell auf organe ansprechen. einmal orn-ist fürs herz und dann dieses sa - jetzt weiß ich nicht genau, es könnte die leber sein, und ein i-laut ist fürs ganze nervensystem und für die haut. du kannst dich also selbst mit diesen frequenzen massieren...

s. ich finde diese aspekte auch eben für den raum 1 interessant diese phänomene genauer zu untersuchen

h. da mußt du dir mal eine katze einladen man vermutet das katzen sich an strahlungsfreien orten orientieren...

s. ja der raum 1 ist für mich so eine art zwischenraum es ist kein möblierter raum und damit ausdruck einer bestimmten identität und er ist nicht ganz leer....

jetzt fände ich es eben auch spannend all diese frequenzen, strahlen usw. mit in die untersuchungen miteinzubeziehen